Digitale Werbung – Leader Südkorea

Die digitale Werbung, insbesondere Smartphone-Werbeflächen, boomt in Südkorea. Gemäss eMarketer.com hat sich das Ausgabevolumen zwischen den Jahren 2013 und 2014 beinahe verdoppelt (siehe Grafik unten). Auch die Prognose für die Zukunft ist klar steigend. Man hat mittlerweile sogar die USA überholt und liegt deutlich über dem weltweiten Durchschnitt.

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Ich persönlich spüre diesen Trend hier deutlich. Möchte ich mit meinem Handy im Internet surfen oder auf Youtube Videos anschauen, erscheint deutlich spürbar mehr Werbung, als wenn ich mich z.B. in der Schweiz befinde.

Trotzdem gibt es andere Länder, welche zwar hinsichtlich der aktuellen Ausgaben für Mobile-Werbung noch nicht mithalten können, jedoch ein grösseres Wachstum der Ausgaben in diesem Bereich aufweisen. Die folgende Grafik zeigt einer Vergleich des Wachstums innerhalb der Asien-Pacific Region. Hier liegt Südkorea nur an dritter Stelle. Vor allem China zeigt momentan hinsichtlich Ausgaben für Mobile-Werbung ein sehr grosses Wachstum. Gemäss der Prognose werden aber ab dem Jahr 2016 Länder wie Indien und Indonesien in diesem Markt boomen.

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Die Digitalisierung der Werbeflächen ist auch in der Schweiz im Trend. Gemäss der Handelszeitung wird die Online-Werbung bis 2020 rasant wachsen. Gemäss dem Artikel werden die digitalen Werbeumsätze auf dem Gebiet der Schweiz 2020 um 57 Prozent über denen des laufenden Jahres liegen.

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10 things you can do in Seoul

Hallo zusammen,

Falls ihr auch schon mit dem Gedanken gespielt habt nach Seoul zu kommen, hier meine „Top Ten“ Vorschläge, was es hier zu machen gilt:

  1. N Seoul Tower – die Schönheit der Stadt aus der Vogelperspektive (237m) betrachten.

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2. Auf dem ältesten traditionellen Markt in Korea, dem Namdaemun Markt, einkaufen gehen.

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3. Mit dem Fahrrad am Han-Fluss entlang fahren und ein Picknick geniessen.

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4. Ein K-Pop Konzert besuchen!

5. Die traditionelle koreanische Tracht Hanbok anprobieren.

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6. Ausgehen im Gangnam Viertel und tanzen wie PSY!

7. Die leckeren Snacks wie Ddeokbokki und Kimbap auf dem Food Market probieren.

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Ddeokbokki
Kimbap
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8. Die koreanische Nachspeise, snowflake bingsu, geniessen.

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9. Einen Tagesausflug zur demilitarisierten Zone machen, die als Puffer zwischen Nord- und Südkorea liegt.

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Vielleicht erblickt man ja Onkel Kim?
Vielleicht erblickt man ja Onkel Kim?

10.  Soju (koreanischer Alkohol) trinken und am nächsten Tag ein böses Erwachen haben!

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Medien in Südkorea

Liebe Blogleser,

Wie bereits angekündigt, habe ich mir vorgenommen, die südkoreanische Medienlandschaft genauer unter die Lupe zu nehmen. Was sind die Grundzüge des hiesigen Mediensystems, wie informiert sich die Bevölkerung und wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen Medien und Politik? Das sind nur einige der Fragen, die ich während meines Aufenthalts hier beantworten möchte. Da ich bisher noch nicht wirklich intensiv recherchieren konnte, möchte ich heute mit einigen grundlegenden Informationen beginnen.

Dominantes Fernsehen

Die Fernsehanstalten in Korea haben einen sehr grossen Einfluss auf die Bevölkerung. Die beiden grössten Marktplayer sind KBS (Korean Broadcasting System) und MBC (Munhwa Broadcasting Corporation). Während MBC seit 1987 unabhängig ist, bzw. privat geführt wird, ist bei KBS der Einfluss durch die südkoreanische Regierung immer noch spürbar. Der Sender wird zwar unabhängig gemanagt, doch der Präsident von KBS wird zum Beispiel von der südkoreanischen Präsidentin ausgewählt. Kurzer Abschwenker: Anno 2011- bei der Wahl von Roger de Weck zum Generaldirektor der SRG, hatte ein gewisser Moritz „äää“ Leuenberger auch einen Einfluss auf das Auswahlverfahren. Er konnte damals seine Wünsche punkto Anforderungsprofil des Kandidaten deponieren.

Im koreanischen Fernsehen werden sehr viele Soaps (Serien) ausgestrahlt. Diese finden nicht nur im lokalen Markt anklang. Sie erfreuen sich auch im Ausland, insbesondere in China, grosser Beliebtheit. Man spricht gar von der koreanischen Welle.

Hier ein kurzer Video Beitrag dazu (englisch):

Pressefreiheit

Neben dem Fernsehen gibt es rund 100 nationale sowie lokale Tageszeitungen. Die Presse ist der Regierung gegenüber oft kritisch gestimmt. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich die Zeitungshäuser oft in Besitz von industriellen Konglomeraten befinden. Allgemein sagt man, das Südkorea eines der wenigen asiatischen Länder sei, wo der Presse-Pluralimus noch gegeben ist. Ob dies wirklich der Wahrheit entspricht, möchte ich versuchen herauszufinden.

Digitale Revolution 

Südkorea ist einer der Leader, wenn nicht „der Leader“ in Sachen digitale Revolution. High-Speed Internet und Wireless Internet sind überall zu finden. Rund 98% der Einwohner waren im 2014 „online“, tendenz steigend. Hier ein kurzer internationaler Vergleich, inkl. der Schweiz.

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Quelle BFS: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/16/04/key/approche_globale.indicator.30109.301.html?open=2#2

Social Media

Twitter ist ein beliebtes Medium für politische Kampagnen und Debatten. Gemäss einer Studie wird Twitter in Südkorea z.B. doppelt so oft genutzt, wie der weltweite Durchschnitt. Zudem hat Südkorea, nach China, die zweitgrösste blogging community der Welt.

Big Challenge

Ich werde nun versuchen, in den folgenden Wochen und Monaten, das südkoreanische Mediensystem genauer zu betrachten. Es gilt dabei verschiedene Blickwinkel einzunehmen um eventuelle Verstrickungen zwischen Politik und Medien aufzudecken. Ich bin mir allerdings bewusst, dass dies eine grosse Herausforderung sein wird. Denn ausser in koreanisch, ist nicht sehr viel Info-Material vorhanden. Ich gebe mein Bestes und halte euch auf dem laufenden!

5 Wochen in Seoul, die Bilanz – Rückblick und Ausblick

Liebe Blogleser,

Für mich ist es nach genau 5 Wochen in Seoul an der Zeit, das Geschehene Revue passieren zu lassen und ebenso schon einen kleinen Ausblick in die Zukunft zu wagen. Doch beginnen wir von vorne, sprich am Samstag, 29. August.

Vor exakt fünf Wochen also stand ich mit zwei vollgepackten Koffern vor dem Studentenwohnheim. Nach dem Flug und einer langen Taxifahrt war ich total übermüdet, jede Faser meines Körpers schrie nach einer heissen Dusche und einem warmen Bett. Was ich dann jedoch in meinem Zimmer vorfand, war alles andere als zufriedenstellend, um es einmal milde auszudrücken. Das Zimmer war klein und schmutzig und auch die Grösse des Bettes war nicht unbedingt auf die Körpermasse eines „Europäers“ zugeschnitten. Nachdem ich mir dann das Nötigste im Supermarkt besorgt hatte, inkl. Toilettenpapier, konnte ich doch noch einige Stunden schlafen. Auch wenn es ohne jegliche Betwäsche nicht sehr angenehm war. Meine Gefühlslage war etwa so :„Ich bin ein Student, holt mich hier raus!“.

Glücklicherweise wandte sich dann aber alles schnell zum Guten. Schon am Montag hatte ich eine private Unterkunft gefunden, welche ich mit meinem französischen Mitbewohner teile. Wir haben den Haushalt mittlerweile gut im Griff und ergänzen uns gut, wenn es um Einkäufe oder „putztechnische“ Angelegenheiten geht. Wir gestalten auch viele Freizeitaktivitäten zusammen. Wie waren z.B. kürzlich zusammen im Seoraksan National Park. Hier nochmals die Bilder dazu.

Neben dem Wandern konnte ich auch sonst viel Sport treiben. Ich gehe regelmässig ins Fitness auf dem Campus und zwischendurch kann ich sogar Tennis spielen. Der Tennisplatz ist wirklich unglaublich cool, er befindet sich in einem alten Amphittheater. Doch wo sind nur die Zuschauer geblieben? 

An der Universität nimmt zur Zeit noch alles seinen gewohnten Gang. Obwohl zwischen meiner Heim-Fachhochschule und der HUFS grosse Unterschiede bestehen, konnte ich mich bisher gut an die neuen Gegebenheiten anpassen. Dieses Wochenende musste ich ziemlich viel büffeln, da ich die nächste Woche zwei Präsentationen halten muss. Eine Präsentation im Fach „International Relations of Asia“ über das Thema „Japan Foreign Economic Policies“ und die zweite Präsi im Fach „Broadcast Media, Contents & User“, dort werde ich über westliche Nachrichtensendungen referieren und sie mit asiatischen Nachrichten vergleichen. Nebst den zwei Präsentation muss ich im Fach „Organizational Behavior“ noch eine schriftliche Arbeit (4-5 Seiten ) abgeben.

Btw…für alle die, welche sich für meinen Stundenplan interessieren, der sieht so aus:

Montag: 15:00 – 18:00 International Relations of Asia

Dienstag: 12:00 – 15:00 Organizational Behavior

Mittwoch : 09:00 – 12: 00 Broadcast Media, Contents & User / 12:00 – 15:00 Research Methodology of Communication

Donnerstag: keine Kurse

Freitag: keine Kurse

Für alle die jetzt denken: „Wow, das ist aber ein langes Wochenende!“ Ok ich gebe euch recht, aber……………es ist nicht so, dass ich hier auf der faulen Haut herum liege. Ich muss von Woche zu Woche in jedem Fach sehr viel Theorie nachlesen und die Lektionen vorbereiten. Der Lesestoff ist meist auch keine leichte Kost. Teilweise handelt es sich um wissenschaftliche Artikel auf sehr hochstehendem Niveau. Dies natürlich alles in englischer Sprache. Google Translator lässt grüssen!

Die Zeit hier ist aber sehr spannend und es ist dauernd etwas los. Seoul ist eine unglaublich faszinierende und pulsierende Stadt, so spannend wie das gesamte Land. Die Wirtschaft boomt, wie beinahe überall auf dem asiatischen Kontinent. Dies war ja auch einer der Gründe, warum ich mich für Seoul entschieden hatte.

Jetzt habe ich genug in der Vergangenheit herum geschwelgt, ich möchte noch einen kurzen Ausblick auf die kommenden Wochen/Monate wagen. In 3 Wochen stehen die ersten grossen Prüfungen an, die „Midterms“. Dort werde ich schliesslich erfahren, ob ich bisher genug gebüffelt habe und ob ich, die mit einem grossen asiatischen Akzent behafteten Professoren, auch immer richtig verstanden habe. Nach den Midterms möchte ich unbedingt die Grenze zu Nordkorea besuchen. Man kann die Grenze ja bekanntlich nicht überschreiten, doch nur schon nahe bei Onkel Kim zu sein, stelle ich mir ziemlich eindrücklich vor. Wenn es mir die Zeit sowie das Budget erlaubt, möchte ich auch noch einen Kurztrip nach Japan unternehmen.

Eigentlich sollte ich auf diesem Blog auch das südkoreanische Mediensystem analysieren, bzw. darüber berichten. Wenn ihr bisher all meine Blogeinträge gelesen habt, ist euch vielleicht aufgefallen, dass dies bisher ausgeblieben ist. Das Problem bisher war es, dass ich keine englisch- oder deutschsprachige Literatur dazu finden konnte. Ich bin daran das „Problem“ zu lösen und werde euch weiter auf dem Laufenden halten.

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende!