Seoraksan National Park

Hallo zusammen,

Hier die bereits angekündigten Fotos von meinem hiking trip im Seoraksan National Park. Ich möchte aber gar nicht weiter kommentieren, sondern eifach nur die Bilder für sich sprechen lassen! Viel Spass beim anschauen.P1030779

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HUFS vs. HWZ – der Vergleich

Hallo zusammen

Als ich vor einigen Monaten noch mit der Planung meines Auslandsemesters beschäftigt war, hörte ich von diversen Seiten viel Negatives über das asiatische Bildungssystem. Es sei zu hart, zu kompetitiv. Man habe hier als Student schlicht und einfach kein Leben, keine Freizeit mehr. Mir kommt hier die Marxsche Entfremdungstheorie in den Sinn, jedoch in abgeleiteter Form. „Das Studium dominiert den Studenten“ anstelle von „Der Student dominiert das Studium“.

Doch keine Sorge, auch ich habe hier nebst dem Studium noch ein Leben, welches nicht nur vom Büffeln bestimmt wird. Entgegen allen wilden Spekulationen, gibt es hier in Korea auch ein Leben nach den Vorlesungen. Doch was sind die Unterschiede zum schweizerischen Bildungssystem, bzw. was sind die Unterschiede zwischen der Hankuk University of Foreign Studies (HUFS) und meiner Heim-Uni, der HWZ?

Unterrichtsstil

Hier liegt meiner Meinung nach der Hauptunterschied zwischen den beiden Organisationen. Während die asiatischen Professoren drei Stunden lang Folie um Folie zeigen und Theorie vorlesen, gestaltet sich der Unterricht an der HWZ doch (meistens) um einiges abwechslungsreicher und interaktiver. Es werden Gruppendiskussionen geführt oder Kurzaufträge für Präsentationen erteilt. Die Studenten werden einfach aktiver in den Unterricht miteinbezogen. Das ist hier definitiv nicht der Fall. An der HUFS habe ich bisher eine Gruppendiskussion von 10min miterlebt, das wars schon. Dies ist aber sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass die HUFS eine Universität und die HWZ eine Fachhochschule ist. Der Praxisbezug fehlt mir hier am meisten!

Die Dozenten

Die Dozenten hier sind im Vergleich zur HWZ sehr theoretisch veranlagt. Doch auch dies liegt in der Natur der Sache, da es sich hier um vollamtliche Professoren handelt. An der HWZ sind die Dozenten meist Leute aus der Wirtschaft, welche nebenbei noch ein gewisses Pensum an der Fachhochschule unterrichten . Trotzdem sind die Professoren an der HUFS sehr zugänglich. Man kann jederzeit auf sie zugehen, falls man z.B. etwas nicht genau verstanden hat. Dies ist auch an der HWZ der Fall.

Campus

Der Campus der HUFS ist um einiges grösser als derjenige der HWZ (auf dem Bild unten sieht man ca. 1/2 des HUFS-Campus). Wobei man bei der HWZ ja nicht wirklich von einem Campus sprechen kann, da es nur ein Gebäude ist. Dies spiegelt sich auch in der Anzahl Studenten nieder –> HUFS ca. 15’500 / HWZ ca. 2’200

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Unheimliche Stille

Ich will nicht behaupten, dass wir an der HWZ alle „Plauderis“ sind (gehöre selber dazu, an dieser Stelle liebe Grüsse an die BKO-D13), doch es wird während dem Unterricht schon viel gesprochen. Die Gespräche beinhalten dabei meist nicht-akademische Themen. An der HUFS ist dies total anders! Es ist beinahe schon unheimlich, wie konzentriert die Studenten den Worten der Professoren folgen. Es wird wirklich kaum mit dem Sitznachbarn geredet. Mir ist zudem aufgefallen, dass viele koreanische Studenten dauernd mit dem Kopf nicken während der Professor spricht und dies teilweise für drei Stunden am Stück. Es scheint so, als wollen sie damit ihr Interesse bekunden. Vielleicht in der Hoffnung, eine bessere Note zu „ernicken“?

Anwesenheit

Obwohl die HUFS eine Uni ist, wird hier sehr grossen Wert auf die Anwesenheit in den Vorlesungen gelegt. Zu Beginn jeder Stunde werden alle Namen vorgelesen und man hat sich dann zu melden. Eine Vorlesung, die ich momentan besuche, hat über 70 Studenten. Das kann folglich eine ganz schöne Weile dauern. An der HWZ wurde die Anwesenheitspflicht ja vor einiger Zeit abgeschafft. Ich finde dies persönlich auch sympathischer. Wir sind ja keine Kinder mehr und müssen selbst wissen was wir tun oder eben nicht tun.

Wo soll ich nur mit meinen Beinen hin?

Die Platzverhältnisse in den Klassenzimmern der HUFS sind wirklich sehr begrenzt. Jeder Student hat sein eigenes kleines Pult. Wenn ich meine Beine Stecken will, muss ich aufpassen, dass ich die Person vor mir nicht umstosse. Kein Witz! Die durchschnittliche Körpergrösse der Koreaner beträgt übrigens 172 cm bei den Männern und 163 cm bei den Frauen. In den Klassenzimmern der HWZ gestaltet sich die Platz-Situation doch um einiges komfortabler.

Kleiner Ausblick auf die nächsten Blog-Einträge

Wie ich bereits in einem vorherigen Eintrag erwähnt hatte, habe ich ein Interview mit einem Koreaner geplant. Ich möchte  ihn portraitieren und einige Anekdoten aus seinem Leben niederschreiben. Es handelt sich dabei um einen Studenten, so viel verrate ich bereits.

Nächste Woche sind hier in Korea die nationalen Feiertage (Chuseok). Ich werde mich in dieser Zeit ein wenig in Korea herumbewegen und im Seoraksan National Park (siehe Bild unten) wandern gehen. Hierfür habe ich eine Fotostrecke geplant.

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Ich freue mich auf eine spannende Zeit. Bis bald!

Korea im Überblick

Es ist an der Zeit das Land, in dem ich bis Ende Jahr leben werde, etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich möchte dazu verschiedene Blickwinkel einnehmen, um dies möglichst facettenreich zu gestalten. Mein Ziel ist es, euch ein gewisses Grundwissen über Südkorea zu vermitteln, sowie euch einige landesspezifische Bräuche und Traditionen näher zu bringen. Um euch auch die koreanische Denkweise, bzw. die Menschen vorzustellen, habe ich auch Interviews mit Einheimischen geplant. Dies wird in den nächsten Wochen folgen.

Doch für den Beginn heute, zuerst einmal das Wichtigste in Kürze:

Allgemeines

Die Republik Korea, allgemein Südkorea gennant, wurde am 15. August 1948 (Unabhängigkeit von Japan) gegründet. Das Land hat eine Fläche von 100’276 km2, somit ein wenig mehr als das Doppelte der Schweiz (41’285 km2). Vergleicht man jedoch die Einwohnerzahl von Südkorea und der Schweiz, wirkt der von der SVP geliebte Bergriff „Überbevölkerung“ fast schon lachhaft. Die Einwohnerzahl von Südkorea beträgt 50,64 Mio (Schweiz ca. 8.2 Mio) und ist somit rund 6 mal höher als diejenige unserer geliebten Schweiz. PS: Die Bemerkung wegen der Überbevölkerung sollte kein Angriff gegen die SVP sein, doch bald finden die eidgenössischen Wahlen statt und es gibt ja auch noch andere Parteien, die rechts der Mitte angesiedelt sind und gute Politik betreiben 😉 Sorry für das kurze Abschweifen…kommen wir zurück zum eigentlichen Thema!

Karte
Karte

Der böse Nachbar

Wie man der Karte (siehe oben) entnehmen kann, weist Südkorea nur eine Landesgrenze auf, nämlich diejenige zum berühmt berüchtigten Nordkorea. Das Verhältnis von Südkorea zum „Bösen Nachbarn“ war schon immer sehr angespannt. Genauere Infos dazu folgen in einem separaten Blogeintrag. Dieser allgegenwärtige Konflikt lässt sich nicht so schnell abhandeln.

Politik

Südkorea ist eine präsidiale Republik mit einem Einkammerparlament, das alle vier Jahre gewählt wird. Der Präsident/in wird alle fünf Jahre direkt vom Volk gewählt und kann nicht wieder gewählt werden. Die aktuell amtierende Präsidentin ist Park Geun-hye. In Südkorea haben alle Staatsbürger ab einem Alter von zwanzig Jahren Wahlrecht.

Präsidentin Park Geun-hye
Präsidentin Park Geun-hye

Ein sehr wichtiger Faktor, welcher die Politik massgebend prägt ist die Sicherheitspolitik, bzw. das Militär. Immerhin 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gibt Südkorea für seine Verteidigung aus. Konkret waren das im vergangenen Jahr, gemäss dem Internationalen Institut für Strategische Studien, 34,4 Milliarden US-Dollar. Das Budget der Schweiz mit rund 4.8 Milliarden US-Dollar wirkt dagegen winzig.

Dass das Thema Militär hier allgegenwärtig ist, habe ich auch schon mehrere Male in Gesprächen mit Koreanern wahrgenommen. Mein Zimmergenosse im Studentenwohnheim z.B. hat mir bereits eine Stunde nachdem ich ihn kennengelernt hatte davon erzählt. Er hat seinen obligatorischen Dienst, welcher hier 2 Jahre dauert, bereits absolviert. Das Militär hat hier wirklich einen sehr hohen Stellenwert.

Wirtschaft

Südkorea ist einer der vier Tigerstaaten. Das Land hat sich in den letzten Jahrzehnten unglaublich schnell entwickelt und ist zu einer der grössten Volkswirtschaften weltweit gereift (2014: Platz 13). Ich möchte an dieser Stelle nicht mit vielen Zahlen um mich werfen, aber für die „Zahlen-Menschen“ hier noch ein bisschen „Futter“ vom Bundesamt für Statistik :

Währung:  Won (KRW)

Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013:  USD 1’221,6 Mrd.

BIP pro Einwohner:  USD 24’329

Schweizerkolonie :  227 Personen

Schweizer Exporte 2013:  USD 0,9 Mrd.

Schweizer Importe 2013:  USD 2,7 Mrd.

Die koreanische Mentalität

Die Kultur ist natürlich grundlegend anders, es ist schwierig, es zu beschreiben. Mir kommen dabei spontan die folgenden drei Schlagworte in den Sinn: Fleiss, Hierarchie, und die Wahrung des eigenen Gesichts. Im Prinzip sind diese drei Eigenschaften miteinander verzahnt. Doch zu allererst fällt mir als Student natürlich der Fleiss auf. Viele der Studenten lernen wirklich Tag und Nacht und sind dann tagsüber im Unterricht so müde, dass sie einschlafen. Die Lehrer stört dies meistens nicht.
Das Leistungsprinzip spielt für die Koreaner eine grosse Rolle, man definiert sich hier vor allem über das Bildungsniveau.

Nun noch etwas über die Hierarchie. Ein Wort, das auch in der Schweiz geläufig ist (z.B. im Militär). Erst hier in Korea habe ich erfahren, wie sich Hierarchien auf den Alltag auswirken können. Sie sind hier einfach viel präsenter und akzeptierter. So ist der Umgang von Studenten mit ihren Professoren etwa deutlich demütiger als z.B. an meiner Heim-Uni in Zürich. Doch auch draussen auf der Strasse erkennt man in vielen Situationen, dass ranghöhere Menschen auch als solche wahrgenommen und behandelt werden, wie etwa Polizisten.

Die Mentalität gefällt mir nicht in allen Lebenssituationen, trotzdem finde ich, dass die heutige Jugend in Europa sich ein Stück davon abschneiden könnte 😉

Die Hankuk University of Foreign Studies

Meine neue Universität in Kürze

Die Hankuk University of Foreign Studies (HUFS) wird Jahr für Jahr als die beste internationale Universität Koreas gerankt. Das Ranking berücksichtigt die Bereiche Anzahl und Zufriedenheit der Austauschstudent/innen, Lehrangebot und Lehrkörper, sowie internationale Kooperationen und Netzwerke.

Direkt nach dem Koreakrieg 1954 gegründet hat die HUFS seit ihrer Gründung nach Wiederaufbau, Entwicklung, Internationalisierung und Friedensschaffung gestrebt. Diese Werte spiegeln sich in der Bedeutung der HUFS als die internationalste Universität in Korea mit einem weiten Netzwerk Regierungen und Organisationen sowohl in Korea als auch im Ausland wider.

Zusätzlich zu ihrem Status als beste Institution Koreas in der Lehre der Internationalisierung wird die HUFS auch weitreichend als beste private Universität des Landes angesehen, besonders in den Bereichen Sozialwissenschaft und Sprachen. Derzeit werden 45 Sprachen unterrichtet.

Nicht nur graduiert die Universität die höchste Anzahl an koreanischen Diplomaten im Land, sondern sie ist auch bekannt dafür, dass sie die meisten der Geschäftsleiter in den 100 erfolgreichsten Firmen Koreas hervorgebracht hat.

Die HUFS verteilt sich auf zwei Campusgelände, eines im Stadtzentrum in Seoul und eines ca. 45min entfernt (Global Campus). Ein dritter Campus befindet sich im Aufbau. Asia Exchange Student/innen studieren am Campus im Stadtzentrum. Insgesamt gibt es 10 Colleges und 74 Abteilungen an der HUFS. Der Lehrkörper besteht aus etwa 650 Mitgliedern; ein Drittel davon sind Professoren aus dem Ausland.

Passend zu ihrem sehr internationalen Fokus, organisiert die HUFS internationale Austäusche mit über 550 Universitäten in 82 verschiedenen Ländern. Die Anzahl der internationalen Studierenden schwebt bei etwa 1300, was die höchste Anzahl in ganz Korea ist. Austauschstudenten haben die HUFS auch zur besten Universität in der Ausführung von Austauschprogrammen gewählt. Einheimische Studenten der HUFS absolvieren fast ausnahmslos Austauschstudien. Das 7+1 Auslandsstudienprogramm unterstützt Studenten dabei, wenigstens eines von acht Semestern im Ausland zu verbringen.

Zusätzlich zu ihrem Sprachangebot konzentriert sich die HUFS stark auf globale Märkte und globale Verwaltung. Dieses Vorhaben wird durch Praktikumsprogramme in Organisationen wie z.B. KOTRA (Korea Trade-Investment Promotion Agency) und koreanischen Botschaften in der ganzen Welt verwirklicht.

Die HUFS kooperiert zusätzlich auch mit der UN. Sie war die erste Universität, die ein duales Masterstudium mit der von der UN beauftragten University for Peace (UPEACE) organisierte. Außerdem ist die Hauptversammlung der Model United Nations (MUN) eine der ältesten Traditionen an der HUFS. Diese wurde zuerst 1959 eingeführt.

Das Harvard MUN Organisationskomitee und die HUFS organisieren die nächste Harvard World MUN an der HUFS in Seoul. Die HUFS ist die erste Institution in Korea die Gastgeber sein darf für die weltgrößte und renommierteste jährlich stattfindende UN-Modell-Konferenz auf Collegelevel, die von mehr als 2.000 Student/innen und Professoren aus bis zu 70 Ländern besucht wird.

President Barack Obama wählte die HUFS als Veranstaltungsort für seine Rede gegen die Verbreitung von Atomwaffen 2012 in Seoul aus.

Inspiriert von der Idee einer freien Demokratie ist es das Ziel der HUFS, Student/innen mit umfassenden Kenntnissen auszubilden, die sie dazu befähigen, zur Entwicklung Koreas und der Welt beizutragen. Die Mission und das Bestreben der Universität lassen sich in ihrem Gründungsgedanken von „Wahrheit, Frieden und Schöpfung“ zusammenfassen. Auch wenn die HUFS eine private Institution ist, fördert ihr Charakter die Stärkung allgemeiner Güter wie z.B. qualitativ hochwertige öffentliche Bildung vom Kindergarten an.

Der Seoul Campus liegt im Universitätsdistrikt im Herzen Seouls. Das Hauptgebäude, das 1956 fertiggestellt wurde, ist mittlerweile Teil des Minerva-Komplexes, dem führenden Projekt der HUFS. Der Komplex beherbergt, unter anderem, einen Mehrzweckraum, der 2000 Menschen fasst. Der Campus hat ein großes Fitnesscenter und fördert das Wohlbefinden der Studierenden rundum, indem Veranstaltungen wie ein internationales Filmfestival, ein Welt Folklore Festival und der HUFS Fußball Weltcup organisiert werden. Zusätzlich gibt es ungefähr 80 verschiedene studentische Gesellschaften auf dem Seoul Campus, deren Betätigungsfelder von Academica zu Perfomance Künsten und von Religion zu Sport reichen.

Bald folgt ein weiterer Beitrag, wo ich die HUFS und die HWZ vergleichen werde. Bleibt also fleissig dran und folgt meinem Blog 😉 !

Warum Asien, warum Seoul?

Warum Asien, warum Seoul?

Diese Frage wurde mir bestimmt schon ein Dutzend Mal gestellt. Nachdem ich mich oft selber dabei erwischt habe auf diese Frage sehr generelle Antworten zu geben, ist es nun an der Zeit mich vertieft damit auseinanderzusetzen. Schliesslich werde ich einen Drittel dieses Jahres auf diesem Kontinent, bzw. in dieser Stadt verbringen. Was sind also die Gründe warum es mich an diesen Ort, rund 9000km von der Heimat entfernt, verschlagen hat?

Zahlen die beeindrucken

Die Wichtigkeit von Asien in der Weltwirtschaft und dem internationalen Parkett lässt sich durch einige Indikatoren auf beindruckende Weise darstellen. Der grösste Kontinent der Erde beherbergt rund 58% der gesamten Menschheit, dies sind 3.5 Milliarden Menschen. Zudem ist Asien zum Leader in den Bereichen Innovation und Technologischer Fortschritt avanciert. China, Indien, Japan, SÜD KOREA, Singapur und Thailand haben ein unglaublich hohes Budget für wissenschaftliche Investitionen. Dagegen wirken die Ausgaben im „Westen“ fast schon winzig. (Quelle : International Relations in Asia, David Shambaugh)

Asien, insbesondere China, wird in einigen Jahren die USA als „Supermacht“ endgültig ablösen. Hierzu ein interessantes Video-Interview der NZZ.

Wenn man also die asiatische Kultur, die politischen sowie die wirtschaftlichen Gegebenheiten etwas kennt, hat man zukünftig sicher einen Vorteil. Dies ist unter anderem ein Grund, warum ich zurzeit in Seoul studiere.

Seoul – zwischen Tradition und Moderne

Seoul ist eine unglaublich spannende Stadt. Mit 23,480 Mio Einwohner belegt sie den 5. Rang der grössten Metrolpolregionen weltweit. Die Infrastruktur der Stadt gleicht anderen pulsierenden Millionenmetropolen, wie z.B. New York City. Wolkenkratzer zeichnen die modern anmutende Skyline der Stadt und in der Metro wimmelt es nur so von Menschen. Bekannte internationale Unternehmen, wie z.B. Samsung, haben hier ihren Hauptsitz. Trotz dieser Ähnlichkeit zur westlichen Hemisphäre bietet Seoul auch eine grosse Anzahl von historischen Palästen und Tempeln. Gestern habe ich den Gyeongbokgung Palast besichtigt. Eine wunderschöne historische Stätte inmitten von Wolkenkratzern. Für alle die mehr über den Palast wissen wollen, hier gehts zum Wikipedia Eintrag. Wer dann immer noch nicht genug hat, hier noch ein Video-Beitrag.

Gyeongbokgung Palast und im Hintergrund das Hauptquartier von Microsoft
Gegensätze : Gyeongbokgung Palast und im Hintergrund das Hauptquartier von Microsoft

Studiengebühren und Lebensunterhalt – Olé!

Auch diesen Punkt möchte ich erwähnen. Ich muss aber gleich von Anfang an klar betonen, dass ich auch nach Seoul gegangen wäre, wenn das Preisniveau hier höher wäre. Es ist einfach eine sehr angenehme Begleiterscheinung! Die Studiengebühren betragen ca. 1/3 derjenigen in der Schweiz und der Lebensunterhalt ist auch sehr günstig. Um euch den Preisunterschied besser zu veranschaulichen, mache ich einen sehr einfachen Vergleich. Das Big Mac Menü (Medium) in der Schweiz kosten CHF 13. Hier in Seoul umgerechnet gerade mal CHF 4.50. Alle die mich kennen wissen, dass ich ein MAC-Liebhaber der ersten Stunde bin. Somit konnte ich mir diese kurze Schleichwerbung für das beste „Restaurant“ der Welt nicht verkneifen. An dieser Stelle ein grosses SORRY an alle Vegetarier, Veganer, Frutarier und was es sonst noch alles gibt und auch ganz liebe Grüsse an mein ehemaliges Arbeitsteam in der Publicitas, insbesondere an meine „McDonalds-Gang“ ! 🙂

Challenge accepted!

Ich habe in den vergangen Jahren schon einige asiatische Länder bereist. Da ich aber nie mehr als einige Wochen an einem Ort verbracht hatte, musste ich mich nie total an die lokalen Gegebenheiten anpassen. Ich werde dieses Mal aber rund 4 Monate in einer fremden Kultur verbringen. Auch der Studienalltag gestaltet sich total unterschiedlich. Der Unterrichtsstil, die Professoren und die Prüfungen sind nicht mit der Schweiz vergleichbar. Hier läuft eben alles ein bisschen anders, doch ich nehme die Herausforderung gerne an und hoffe mich dadurch persönlich weiterzuentwickeln.

Ich bin ein Student, holt mich hier raus!

Hallo zusammen,

Ich habe eine turbulente erste Woche hinter mir, doch beginnen wir von vorne…

Wie ich in meinem letzten Beitrag schon erwähnt hatte, glich mein Zimmer im Studentenwohnheim dem Gelände der Swissminiatur. Neben dem nicht vorhandenen Platz, machten mir auch die in Stein gemeisselten „Gebote“, sprich die sehr strengen Hausregeln zu schaffen. Ich möchte an dieser Stelle nicht alle erwähnen, doch um es auch für euch ein wenig anschaulich zu machen, hier meine            „Top 3“ Regeln:

Regel 1: An Wochentagen muss man spätestens um 24.00 Uhr im Wohnheim sein. Kommt man zu spät oder gar nicht zurück, wird dies mit Strafpunkten sanktioniert. Am Wochenende gilt beinahe dieselbe Regel. Man darf aber (grosszügigerweise) bis 01.00 Uhr draussen bleiben.

Regel 2: Man darf 5 Nächte pro Monat auswärts verbringen. Man muss dies jedoch, mit einem Spezialformular, beantragen.

Regel 3: Es finden regelmässig unangekündigte Zimmerkontrollen statt. Ist das Zimmer nicht sauber genug oder sind die persönlichen Gegenstände nicht ordnungsgemäss platziert, bekommt man auch Strafpunkte.

Was sind nun die Konsequenzen, wenn man sich Strafpunkte einfängt? Ganz einfach. Hat man die Grenze von 20 Punkten überschritten, wird man aus dem Wohnheim geschmissen! Ohne Pardon!

Meine Gefühlslage
Meine Gefühlslage

Es gibt bestimmt einige die nun denken, was für ein armer Kerl ich eigentlich bin…. Vielen Dank für das Mitleid! Ich kann euch aber beruhigen. Ich habe nur 2 Nächte im Gefängnis…ähmmm sorry meine Wohnheim verbracht 🙂 Mein Leben hier nahm eine entscheidende Wende (ok so schlimm war’s nun auch nicht), als ich zufälligerweise eine Nachricht auf Facebook erblickte. Es war die Nachricht eines 24-jährigen Franzosen namens Bastien, der verzweifelt einen Mitbewohner für seine Mietwohnung ausserhalb des Campus suchte. Ich schrieb ihn sofort an und bekundete mein Interesse. Schliesslich konnte ich noch am gleichen Tag aus dem Wohnheim ausziehen und dies ohne eine Strafe oder Ähnliches bezahlen zu müssen.

Nun lebe ich also ausserhalb des Campus in einer privaten Mietwohnung. Der Vermieter ist ein relativ junger Koreaner namens Jin. Die Miete beträgt umgerechnet rund CHF 360 pro Monat und die Wohnung bietet alles, was man zum Leben braucht. Vor allem aber mehr Platz und persönliche Freiheiten als im Wohnheim! Doch macht euch doch selbst ein Bild, hier einige Fotos:

Mein Zimmer
Mein Zimmer
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Wohnzimmer&Küche
Badezimmer mit Waschmaschine
Badezimmer mit Waschmaschine

Ich bin wirklich erleichtert, dass ich in so kurzer Zeit noch eine neue Bleibe gefunden habe. Der Vermieter ist sehr hilfsbereit und er zeigt uns viele coole Locations. Wir hatten diese Woche z.B. ein typisch koreanisches Barbecue, inkl. einer kleinen Feuershow-Einlage.

Zu meinen Kursen an der Uni kann ich noch nicht viel berichten. Es war eine Art Einführungswoche, der eigentliche Unterricht beginnt erst ab morgen. Was ich jedoch definitiv schon weiss ist, dass ich jeweils ein langes Wochenende haben werde. Denn am Donnerstag und Freitag habe ich jeweils keine Vorlesungen. Wer jetzt denkt, dass ich hier nur auf der faulen Haut herumliegen werde,  der hat weit gefehlt! Das koreanische Bildungssystem ist sehr hart und kompetitiv! Ich werde diese Zeit nutzen um die Lektionen vorzubereiten und natürlich auch einige Stunden meinem Blog widmen. In diesem Sinne bis bald!